Fragen & Antworten zum stationären Hospiz

  • Wer kann ins Hospiz aufgenommen werden?

    Die Kriterien für die Aufnahme in ein Hospiz werden detailliert in der so genannten Rahmenvereinbarung für Stationäre Hospize genannt, die zwischen dem GKV (Gesetzliche Krankenversicherungen)-Spitzenverband und den wichtigsten Hospizträgern geschlossen wurde.

    Die wichtigsten Aufnahmevoraussetzungen sind demnach, dass eine Erkrankung vorliegen muss,

    • die progredient (fortschreitend) verläuft
    • bei der eine Heilung ausgeschlossen und eine palliativ-pflegerische und palliativ-medizinische Versorgung notwendig oder von dem erkrankten Menschen erwünscht ist
    • und bei der mit einer Lebenserwartung von Tagen, Wochen oder wenigen Monaten zu rechnen ist.

    Für uns besonders wichtig ist, dass der erkrankte Mensch bzw. die von im bevollmächtigte Person über die Arbeit eines Hospizes informiert ist z. B. durch einen Informationsbesuch bei uns und einer ausschließlich palliativen Therapie ausdrücklich zustimmt.

  • Wie unterscheidet sich das Hospiz von einer Palliativstation?

    Immer dann, wenn alle ambulanten Unterstützungsmöglichkeiten nicht mehr ausreichen (würden) ist das Hospiz ein guter Ort für die letzte Lebensphase (Tage, Wochen, wenige Monate) eines Menschen, der an einer nicht heilbaren, progressiv verlaufenden Erkrankung leidet. Hier findet er eine moderne Palliativmedizin vor verbunden mit einer liebevollen, zugewandten palliativen Pflege.

    Wir betrachten diejenigen, die sich uns anvertrauen, nicht in erster Linie als Menschen mit einer schweren Erkrankung sondern richten unser Augenmerk auf den gesamten Menschen mit seinem besonderen biographischen Hintergrund und seinen zum Teil vielfältigen Beziehungen zu seinen Verwandten und Freunden (Zugehörige).

    Patienten und Zugehörige stehen gleichermaßen im Zentrum unserer Aufmerksamkeit. Wir bemühen uns, die Wünsche und Gewohnheiten des Patienten zu respektieren und uns nach ihnen zu richten. Das (relative) Wohlbefinden des Patienten ist dabei unser oberstes Ziel.

    Wie alle Hospize wird auch das Hospiz an der Lutter von examinierten Pflegekräften geführt, die eine Zusatzausbildung in Palliative Care haben. Da wir einen ausreichenden Stellenschlüssel haben verfügen wir über etwas, das sehr selten geworden ist im gesamten Gesundheitssystem: Wir haben Zeit für die kranken Menschen und ihren Zugehörigen.

    Das pflegerische Team wird unterstützt von den Hausärzten, die die medizinische Versorgung verantworten und einmal die Woche zum Hausbesuch kommen, von Auszubildenden der Kranken- und Altenpflege, von ehrenamtlichen Kolleginnen, vom Seelsorger und von anderen Therapeuten wie z. B. Physiotherapeutinnen.


    Eine Palliativstation arbeitet nach ähnlichen Kriterien wie ein Hospiz. Auch die Patientenzielgruppe ist sehr ähnlich.

    Eine Palliativstation versteht sich aber in erster Linie als eine Einrichtung zur Krisenintervention, auf der die Patienten in aller Regel nur einen begrenzten Zeitraum (ca. 10 bis 14 Tage) verweilen. Idealerweise können die Patienten dann z. B. mit einer verbesserten Schmerzmittelversorgung wieder nach Hause entlassen werden. Andere müssen allerdings in eine andere stationäre Einrichtung (z. B. Pflegeheim oder Hospiz) verlegt werden. Ein weiterer Teil der Patienten verstirbt auf der Palliativstation.

    Palliativstationen werden von Ärzten mit einer entsprechenden Zusatzqualifikation geleitet. Hier werden teilweise auch kranke Menschen bereits im Frühstadium ihrer nicht heilbaren Erkrankung aufgenommen, um von Beginn an eine optimale palliative Therapie zu gewährleisten.

    Auch auf Palliativstationen wird in einem ähnlichen Behandlungsteam wie im Hospiz gearbeitet. Oft kommen hier noch weitere Professionen wie z. B. Sozialarbeiterinnen und Psychologinnen zum Einsatz.

  • Wie bekommt man einen Platz in einem Hospiz?

    Der Patient, ein Angehöriger, der Hausarzt oder das Krankenhaus nehmen Kontakt zum Hospiz auf. Am besten rufen Sie uns an. Wir vereinbaren dann einen Termin im Hospiz oder bei Ihnen zu Hause. Die Hospizleitung macht sich anhand der Diagnose, des Krankheitsverlaufs und der häuslichen Gegebenheiten ein Bild über die jeweilige Situation. Nach eingehender Beratung wird auf Wunsch ein Anmeldeformular für den betroffenen Patienten angelegt. Die Hospizleitung informiert den Patienten/die Angehörigen telefonisch über einen freien Hospizplatz. 
    Nach Aufnahme im Hospiz wird mit einem ärztlichen Gutachten der Antrag auf Übernahme der Hospizkosten bei der Krankenkasse gestellt. In vielen Fällen wird eine unbefristete Kostenübernahme zugesichert. In anderen Fällen wird die Zusage auf 1-3 Monate begrenzt und muss danach wieder neu beantragt werden.

  • Kann ich mir einen Platz im Hospiz reservieren, ggf. mit einer Vorab-Spende?

    Nein. Die Plätz werden nach ärztlicher Diagnose und Notwendigkeit vergeben. Aber Spenden helfen, dass es auch in Zukunft Hospizplätze gibt.

  • Was ist, wenn kein Hospizplatz frei ist?

    Bei einer Bettenkapazität von derzeit 7 Betten steht in den seltensten Fällen sofort ein Hospizplatz zur Verfügung. Der ambulante Palliativdienst, der ambulante Hospizdienst, Pflegedienste, Kurzzeitpflege oder die Aufnahme auf einer Palliativstation können in dieser Zeit eine wertvolle Alternative und Unterstützung sein. Auch ermöglicht die gute Vernetzung eventuell eine Aufnahme in einem der nahegelegenen Hospize der Umgebung.

  • Wie lange bleiben die Patienten im Hospiz?

    Das Hospiz ist der Ort für die letzte Lebensphase eines schwerkranken Menschen. In aller Regel verbleiben die Menschen hier Tage, Wochen oder auch wenige Monate. Es ist für die allermeisten Menschen eine große Erleichterung und Beruhigung, (endlich) an einem Ort zu sein, an dem sie fachlich hochkompetent, zugewandt und liebevoll bis an ihr Lebensende begleitet und an dem auch ihre Zugehörigen und deren besonderen Bedürfnisse gesehen werden und den Raum bekommen, den sie verdienen.

    Sehr oft kommt es vor, dass bei den kranken Menschen in der ersten Zeit nach der Aufnahme eine deutliche Besserung der Beschwerden eintritt. Sehr selten ist es, dass diese Besserung über einen langen Zeitraum anhält und die Grunderkrankung nicht weiter voranschreitet. In einem solchen Fall wäre das Hospiz dann nicht mehr der richtige Ort.

    Nachdem wir im Behandlungsteam gemeinsam mit dem Hausarzt nach einem intensiven Diskussionsprozess hierüber einen Konsens erzielt haben, besprechen wir die Frage eines dann erforderlichen Umzuges mit dem Patienten und seinen Zugehörigen. Dies ist immer dann für den Patienten und auch für uns eine schwierige Situation, wenn ein Umzug nach Hause nicht mehr möglich und die Verlegung in ein Pflegeheim erforderlich ist.

    Wir bemühen uns dann, mit vereinten Kräften eine möglichst gute Alternative zum Hospiz zu finden und den Umzug in Ruhe und ohne Zeitdruck vorzunehmen.

    Jeder entlassene Patient erhält von uns die Zusage, im Falle der deutlichen Verschlechterung seiner gesundheitlichen Situation und des erneuten Vorliegens der Aufnahmevoraussetzungen (siehe die Frage "Wer kann ins Hospiz aufgenommen werden?") erneut bei uns einziehen zu können und das nächste freiwerdende Zimmer zu erhalten.

  • Wie sieht die seelsorgerische Begleitung aus?

    Das Hospiz gehört zum Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Hannovers. Unser Hospiz-Seelsorger ist Diakon Klaus Gottschalt. Bei spirituellen Fragen vermitteln wir auf Wunsch auch Kontakte zu Seelsorgern anderer  Konfessionen. » Seelsorge

  • Was kostet der Aufenthalt im Hospiz?

    Die Patienten müssen für den Aufenthalt nichts bezahlen. Die Unterbringung in einem Hospiz hat natürlich ihren Preis. In unserem Hospiz kostet die Unterbringung eines Patienten derzeit im Durchschnitt € 370 am Tag; davon entfallen 80 % auf Personalkosten. Enthalten ist die Betreuung der Patienten und ihre Verpflegung und die Begleitung der Angehörigen. Die Krankenkassen erstatten uns zur Zeit € 289. Die Differenz muss durch Spenden aufgebracht werden.

  • Können Angehörige auch im Hospiz übernachten?

    Ja, das ist nach Absprache möglich.

  • Kann ich ein Haustier ins Hospiz mitnehmen?

    Ja, das ist u. U. nach Absprache möglich.
    Kontakt: Regina Bauer,
    Tel. 0551-5034 3804

  • Kann ich das Haus kennenlernen?

    Ja. Nach Absprache zeigen wir Ihnen Wohn- und Aufenthaltsbereiche. Auch können Sie bei Veranstaltungen, wie z.B. dem Sommerfest im Hospizgarten, die Mitarbeiter kennenlernen.

  • Können größere Gruppen das Haus besichtigen?

    Ja, gern, nach Absprache können zum Beispiel Schulklassen, Ausbildungsgruppen oder auch andere Hospizdienste unser Haus besichtigen. Bitte nehmen Sie Kontakt zu uns auf.

  • Kann ich im Hospiz ein Praktikum oder ein freiwilliges Soziales Jahr machen?

    Ja, das ist u. U. nach Absprache möglich.
    Kontakt: Regina Bauer,
    Tel. 0551-5034 3804

  • Was ist eine "Palliative Sedierung"?

    Palliativmediziner weisen darauf hin, dass bei 90 bis 95 % aller Patienten, die unter starken Schmerzen leiden, eine Schmerztherapie in der Weise möglich ist, dass die Patienten zum größten Teil schmerzfrei sind, zumindest aber die Schmerzen auf ein individuell erträgliches Maß reduziert werden können.

    Es stellt sich hier die Frage, was denn mit den 5 bis 10 % der Patienten geschieht, bei denen eine erfolgreiche Schmerztherapie nicht durch geführt werden kann? Es gibt außerdem andere schwerwiegende Symptome wie z. B. eine anhaltende Übelkeit mit Erbrechen oder eine schwere Atemnot, die mit panikartigen Erstickungsängsten einhergeht, die ausnahmsweise trotz aller palliativmedizinischer Bemühungen nicht gelindert werden können.

    Als allerletztes palliativmedizinisches Mittel (ultima ratio) kommt hier die Palliative Sedierungstherapie (PST) zum Einsatz.

    Unter der Palliativen Sedierungstherapie versteht man den überwachten Einsatz von Medikamenten mit dem Ziel einer verminderten oder aufgehobenen Bewusstseinslage (Bewusstlosigkeit), um die Symptomlast in einer für alle (Patient, Zugehörige, Behandlungsteam) ethisch akzeptablen Weise zu reduzieren.

    Die Sedierung kann kontinuierlich oder intermittierend (mit Unterbrechungen, zeitweise aussetzend) erfolgen. Eine kontinuierliche Sedierung sollte die Ausnahme sein und nur dann in Betracht gezogen werden, wenn sich der Patient in der allerletzten Lebensphase befindet mit einer erwarteten Prognose von Stunden, höchstens wenigen Tagen. Im Allgemeinen sollte die Sedierungstiefe möglichst niedrig gehalten werden, jedoch gleichzeitig eine angemessene Linderung der Beschwerden bewirken.

    Die PST ist keine aktive Sterbehilfe. Eine Verkürzung der Lebenszeit ist nicht ihr Ziel.

    Die PST ist eine Maßnahme, die nicht allein deshalb durchgeführt wird, weil sie dem Wunsch des Patienten entspricht. Voraussetzung ist immer eine medizinisch-ärztliche Indikation aufgrund der oben genannten Kriterien. Voraussetzung für die Entscheidung, eine Palliative Sedierung durchzuführen, ist zunächst eine intensive Diskussion im Behandlungsteam einschließlich des Hausarztes mit dem Ziel, einen Konsens herzustellen.

    Im Anschluss daran findet ein ausführliches Informationsgespräch mit dem Patienten und seinen Zugehörigen statt. Hierbei geht es vor allem um eine Aufklärung über die Folgen und Risiken einer PST. Insbesondere wird ausführlich über die Konsequenzen hinsichtlich der pflegerischen Situation (z. B. das Bewirken der sofortigen, vollständigen Pflegebedürftigkeit) und der Auswirkungen auf die Kommunikationsfähigkeit gesprochen (der Patient wird ja von einem Moment auf den anderen in einen angemessen tiefen Schlaf versetzt).

    Die Palliative Sedierung ist nur mit der ausdrücklichen Zustimmung des Patienten oder seines Bevollmächtigten möglich.

    Es ist für einige Patienten sehr tröstlich zu wissen, dass immer dann, wenn sie einem unerträglichen Leidensdruck ausgesetzt sind, es als allerletztes Mittel die Möglichkeit gäbe, sie in einen ausreichend tiefen Schlaf zu versetzen.

    Tatsächlich bleibt die Einleitung der Palliativen Sedierungstherapie die absolute Ausnahme und kommt im hospizlichen Alltag nur äußerst selten vor.

  • Schutz der Personendaten / Schweigepflicht ?

    Alle Mitarbeiter, angestellte wie ehrenamtliche, unterliegen der Schweigepflicht und sind zur Einhaltung des Schutzes personenbezogener digitaler Informationen verpflichtet. Darüber wacht der Datenschutzbeauftragte Michael Ernst.

    Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in der Datenschutzerklärung auf jeder Seite ganz unten..