Frau Schneiders Büchertisch war eine Institution
20 Jahre gingen die Erlöse ans Hospiz – Danke!

25. März 2021

Bücher spielen in Elfrieda Schneiders Leben eine wichtige Rolle. „Ich war schon immer die Lesetante“, sagt sie augenzwinkernd. Auch verkauft hat sie Bücher jahrzehntelang – immer für soziale Zwecke und mehr als 20 Jahre für das Hospiz an der Lutter. Ihr Büchertisch im Foyer des Weender Krankenhauses war eine Institution. An jedem Dienstagvormittag stand die heute 88-Jährige mit ihrem reichen Lektürefundus dort, und zeitweise übernahm ihr Ehemann Ralf sogar eine zweite Schicht am Donnerstag.

„Das war ja kein Basar“

Kundschaft gab es genügend. Besucher, Ärzte und Pflegepersonal haben regelmäßig bei Elfrieda Schneider eingekauft. Manche spendeten auch einfach so Geld für das Hospiz. Gehandelt hat Elfrieda Schneider beim Bücherverkauf nie. „Das war ja kein Basar“, betont sie. Auch Bestellungen habe es gegeben. Die konnten allerdings nur bedient werden, wenn es entsprechende Bücherspenden gab. Spenden gab es reichlich: zum Beispiel über Elfrieda Schneiders Bridge-Runde. „Meine Mitspielerinnen haben tolle, hochwertige und oftmals auch aktuelle Bücher gespendet“, sagt sie. Einige Bände seien sogar noch eingeschweißt gewesen. Zudem habe die wöchentliche Ankündigung des Buchverkaufs auf der Terminseite des Göttinger Tageblatts viele Bücherspenden gebracht.  Oft sogar mehr als sie brauchen konnte. Dann hat die ehemalige Krankenschwester resolut aussortiert.

Eine aufwendige Logistik

„Ich musste die Bücher auch verkaufen können – sonst ist es keine Spende.“ Für das, was die Kunden lesen wollten, entwickelte Elfrieda Schneider schnell ein Gespür. Doch es brauchte zunächst eine aufwendige Logistik, um die Lektüre zum Leser zu bringen. Die Bücher mussten abgeholt werden. Sie und ihr Mann fuhren oft kilometerweit. Bücher einpacken, auspacken, ins Krankenhaus transportieren, das alles war auch eine richtige Plackerei – die ihr vor allem Freude bereitet hat. „Ich träume heute noch von meinem Büchertisch“, sagt Elfrieda Schneider rückblickend.

Jähes Ende durch die Pandemie

Im Januar 2020 fand der Büchertisch ein jähes Ende. Aufgrund der Pandemie war es nicht mehr möglich, den Lesestoff im Krankenhaus-Foyer anzubieten. Aber auch, wenn die Lage es wieder erlaubt, wird es für Elfrieda Schneider keinen Neustart geben. „Ich mache das nicht mehr, ich bin jetzt alt“, sagt sie.

Tausendmal Danke dafür!

Mit ihrer unermüdlichen Arbeit und den Erlösen ihres Büchertischs hat Elfrieda Schneider das Hospiz an der Lutter in den vergangenen zwei Jahrzehnten in enormem Maße unterstützt. „So ein Engagement ist ein großes Geschenk, tausendmal Danke dafür“, sagt Elke Reichardt, Vorsitzende im Hospiz an der Lutter.

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