Ein geistreicher Abend

15. Januar 2020

Hospiz – Gruppenabend 15.1.2020

Ein „Geistreicher Abend“ wurde uns als erster Gruppenabend des neuen Jahres angekündigt. Die Einschränkung auf 25 Teilnehmende konnte neugierig machen.

Geistreich war das Treffen dann tatsächlich auf vielen Ebenen. Statt des üblichen großen Stuhlkreises war der Raum Bistro-mäßig gestaltet: fünf Tische für je eine/n Moderator*in und fünf Gesprächspartner*innen – nicht zu vergessen das Buffet, auf dem sich der Geist in Wein und Likörpralinen spiegelte, neben Saft und Herzhaftem. Noch stehend hörten wir, dass die Idee dieses Abends auf einer Heimfahrt vom Kloster Bursfelde geboren wurde, als das Gespräch darauf kam, wie wenig wir doch voneinander und von unseren spirituellen Kraftquellen wüssten. Es bildete sich eine kleine Gruppe, die den Ablauf des Abends plante. Manuela Brandt-Durlach als souverän-fröhliche Gastgeberin sorgte fürs Ganze.

Jeder Tisch war einem Themenimpuls gewidmet. Die Gesprächszeit war auf fünfzehn Minuten eingegrenzt, bevor man – 'Bäumchen wechsel dich' – einen andere Impuls an einem anderen Tisch suchte. Es war erstaunlich, wie schnell wir in den immer wieder neu zusammengesetzten Grüppchen ins Gespräch kamen – und wie viel in diesen kurzen Zeitabschnitten gesagt werden konnte. Ja, sogar Ideen der voraufgegangen Gruppen konnten einbezogen werden, weil wir auf die weißen Tischdecken schreiben konnten, was uns wichtig war.

Natürlich ist es unmöglich, auch nur andeutungsweise hier wieder zu geben, was an den einzelnen Tischen besprochen wurden. Ich muss mich darauf beschränken, die Impulse aufzuzählen:
• Was ermöglicht es mir, etwas wahrzunehmen, das über das Materielle hinausgeht?
• Wie spüre ich den Geist einer Situation?
• Prüft die Geister, ob sie von Gott sind (1. Joh. 4,1).
• Hotline zur Seele
• Seelische Verbindung über Ort und Zeit hinaus? Oder alles nur Zufall?

Mich hat diese Auswahl sehr beeindruckt. Manche dieser Fragen waren mir vertraut, mit den anderen will ich mich gern noch länger beschäftigen. Nicht vergessen werde ich die Bemerkung gleich neben dem Impuls „Hotline zur Seele“: „1,49 Euro pro Minute aus dem Festnetz“ hatte da jemand geschrieben, der – oder die – diese beiden Begriffe gar nicht hatte in einem Atemzug hören wollen.

Als in der Supervisionsgruppe dieser Abend thematisiert wurde, war deutlich zu spüren, wie gern sich alle, die daran teilgenommen hatten, daran erinnerten und wieviel Gewinn sie daraus gezogen haben. Der Abend war offenbar wirklich von einem guten Geist getragen.

Großer Dank gebührt allen, die dazu beigetragen haben.

Ute Caspers

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